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Chefredaktion: Mag. Susanne Pointner, eMail: susanne.pointner@existenzanalyse.org

 

 

 

Zivilisation und Zeitgeist – Alles Mittelmaß geschneidert?

Talk im Hangar 7 im Servus TV

Do 09. 09., 21:05 – 22:45

Moderation: Ruprecht Eser

mit Prof. DDr. Alfried Längle

weitere Gäste: Prof. Dr. Dr. Gerhard Vollmer (Naturphilosoph), Prof. Dr. Peter Kruse (Organisationspsychologe und Experte für intelligente Netzwerke), Prof. Annette Treibel-Illian (Soziologin, Zivilisationstheorie)


Institutseröffnung des GLE-Institutes Tirol



„Mannder/Weiber – es isch Zeit“

Sehr eindrücklich bildete sich vor der Pädagogischen Hochschule Tirol eine Menschschlange bis hinaus auf den Gehsteig. 310 Interessierte waren zur Eröffnung des GLE-Institutes Tirol am 27.05.2010 in die Pädagogische Hochschule Innsbruck gekommen.

Das Tiroler Institut hat einen jahrzehntelangen Werdungsprozess hinter sich. Beginnend mit Jour-Fixe-Veranstaltungen in der Praxis von Frau Dr. Hofer – bis hin zu Arbeitsgruppentreffen – führte der Weg schlussendlich zur Gründung des Institutes. Dr. Elfe Hofer nutzte die Gunst der Stunde und kleidete den gebildeten Enthusiasmus, der frei nach dem Motto „Mannder/Weiber es isch Zeit“ in die Form des Institutes.

Der Fokus des Institutes liegt auf der Vernetzung der ExistenzanalytikerInnen und LogotherapeutInnen in Tirol, als auch auf den Bereichen: Fortbildung, Vermittlung von PsychotherapeutInnen/BeraterInnen sowie Forschung und Entwicklung.

Für die Eröffnungsveranstaltung war es dem Tiroler Institutsteam ein Anliegen diese Veranstaltung als einen in Erinnerung-bleibenen-Akt zu gestalten. Hierzu scheute das Team keine Mühen. Nach einer stressigen Vorbereitungszeit ist es dem Team gelungen einen imposanten Rahmen für den Eröffnungsvortrag von Univ. Doz. DDr. Alfried Längle zum zeitgemäßen Thema „Sinn von Zeit, Sinn für Zeit“ zu kreieren.

Der Großteil des Parterres der Pädagogischen Hochschule wurde mit Postern rund um das Thema Zeit/Zeitlichkeit dekoriert. Auch wurde ein Bereich mit Zeitmessern bestückt und diese mit dem Spruch von John Steinbeck „Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen, sondern mit Terminkalendern angetrieben“ kontrastiert.

Zum Sinnieren über Zeit luden auch die Gedanken der Kinder der Praxisvolksschule sowie eine Praxishauptschule ein, die sich im Vorfeld extra für diesen Eröffnungsabend mit dem Thema Zeit auseinandersetzten und Poster/Bilder zur Verfügung stellten.

Nachdem sich die Eröffnungsgäste im Vortrag von Univ. Doz. Dr. Längle mit dem Thema Eigenzeit auseinandersetzten lud das Tiroler Institut zum gemütlichen Ausklang mit einer „Käse-Speck-Wurst-Jause“ ein.

Das Institut Tirol dankt allen fleißigen Händen und den erhaltenen Unterstützungen die zum Gelingen dieses Abends und somit der Institutseröffnung beigetragen haben.

 



A. Längle
A. Längle und E. Hofer
S. Längle, A. Längle, R. Bukovski, E. Hofer, M. Felder, A. Nindl
Mitglieder des GLE-Instituts Tirol und Vorstandsmitglieder der GLE-Int. und GLE-Ö
Voller Vortragssaal

Rückblick auf den internationalen Kongress „vom Leben berührt – Emotion in Therapie & Beratung“ vom 30. April -2. Mai 2010, Messe Wien



Bewegend war schon der Einstieg: Mit Schwung und Esprit stimmte der Chor „Oh Musica Wien“ unter der Leitung von Lilja Khomenkho ins Thema ein; die Sopranistin Dr. Astrid Görtz widmete den Wiener Melodien ebensoviel Sorgfalt und Engagement wie als erste Referentin der Einführung in die Emotionsforschung. Dr. Michael Pauen führte die Bedeutung der Emotionen für die Entscheidung aus. Da Herr Northoffs Flug verzögert war, mußte das Programm umgestellt werden, was eine gewisse Herausforderung an Team, Zuhörer und ReferentInnen darstellte. Frau Dipl.theol. Susanne Jaeger-Gerlach brachte uns traum-haft das manchmal stachelige Drängen des Gewissens näher, Kammerschauspieler Martin Schwab philosophierte mit DDr. Alfried Längle humorvoll über die Echtheit von „gespielten“ Emotionen. Dr. Lilo Tutsch erklärte sich bereit, ihren Vortrag von Sonntag vorzuziehen, und es gelang ihr nach rasanter Taxifahrt durch Wien zwecks Einholung der Unterlagen, und trotz anderer widriger Umstände den Teilnehmern die Bedeutung der Aktivierung und des Managements von Gefühlen, und die konkrete Differenzierung im Praxisalltag nahezubringen.

 

Den aktuellen Stand der neurowissenschaftlichen und psychologisch-empirischen Forschung und ihre praktische Relevanz für die therapeutische und beraterische Praxis erläuterten am Samstag Dr. Ute Habel und DDr. Georg Northoff. Frau Dr. Röttger-Rössler klärte unter anderem darüber auf, daß selbst ein in unserer Gesellschaft so wünschenswerter Zustand wie Verliebtsein in anderen, etwa bestimmten indonesischen Kulturen, als behandlungswürdige Krankheit betrachtet wird. In den Symposien und Workshops wurde schließlich über Emotionen ausgetauscht, damit experimentiert und, nicht zuletzt beim Festabend mit den modernen Wienerliedern von „Des Ano“ mit ihren Höhen und Tiefen gespielt. Im Hintergrund wurden während der Pausen auf einer großen Plakatwand unter der Anleitung von Renate Lang und Lucia Niedermayr Gefühlslandschaften gemalt.

Einen schönen und präzisen Überblick der existenzanalytischen Zugänge brachte Dr. Christoph Kolbe am Sonntag ein, später ergänzt durch die klaren und griffigen Falldarstellungen von Dr. Doris Fischer-Danzinger. Dazwischen spannte Dr. Luc Ciompi warmherzig, weise und mit großzügiger Geste einen weiten Bogen der Anwendung der kollektiven Affektlogik vom Nationalsozialismus bis Barrak Obama. Den Abschluß bildete die berührende Vorstellung angewandter existenzanalytischer Emotionslehre von Dr. Längle. Abgerundet wurde der Kongress schließlich durch den Saxophonisten Alfons Würzl rund um das große Dankeschön an die ReferentInnen und OrganisatorInnen.

 

Sollten Sie einen oder mehrere der Vorträge versäumt haben oder vertiefen wollen: die CDs bekommen Sie beim Auditorium Netzwerk www.auditorium-netzwerk.de, den Tagungsbericht in der Zeitschrift „Existenzanalyse“ im November 2010.

Die Vorbereitungen für den Kongreß 2011 in Lindau mit dem Arbeitstitel „Spiritualität und Intimität - Person und Transzendenz in Psychotherapie & Beratung“ sind schon angelaufen. Freuen Sie sich auf eine spannende Fortsetzung unseres Zyklus Körper – Psyche – Geist!

Mag. Susanne Pointner

 



 

Talk im Hangar7 vom 15.04.2010 in Servus TV zum Thema: Jugend und Beruf - wie muss der Nachwuchs funktionieren?

Mit Jesper Juul, Alfried Längle, Albert Wunsch, Hannes Jagerhofer, Ulrich Stadelmayer

Die Sendung kann angesehen werden unter dem Link:

http://www.servustv.com/cs/Satellite/Article/Talk-im-Hangar-7-011259273818497



 

 

 

Infos aus der GLE-I International:



Wir freuen uns Ihnen berichten zu können dass Dr. Längle am 21. Nov. In Moskau eine weitere Ehrenprofessur bekommen hat. Es handelt sich bei der Fakultät um die renommierteste Fakultät der Psychologie in Rußland. Die psycholog. Fak. der Lomonossov Universität (Moscow State University) hat weltweiten Ruf. Sie ist das Heim der Moskauer Psychologischen Schule, die bis heute den Ton in Rußland angibt. Die Moskauer Psychologische Schule wurde durch die in Russland und international bekannten Psychologen Lew Semjonowitsch Vygotskij (1896-1934), Alexander Romanowitsch Luria (1902-1977), Alexej Nikolajewitsch Leont’ev (1903-1979) und ihre Schüler gebildet.

Gleichzeitig mit der Ernennung wurde auch in einem kleinen Festakt über den Dächern der Universität in unmittelbarer Nachbarschaft des Kremls mit Blick auf seine ganze Front die Gründung eines Instituts an derselben Universität beschlossen, das von Prof. Boris Sergejewitsch Bratus und Dr. Längle geleitet wird. Es wird den Schwerpunkt in der Existenzanalyse haben und sich auch mit den philosophischen und psychologischen Grundlagen der EA und der Psychologie i.a. befassen. Es soll neben Forschung und Lehre (existentielle Psychologie, phänomenologische Psychologie, qualitative Forschung) auch ein Magisterstudium auf der Basis der EA erhalten, die mündliche Zusage gibt es schon. Es wird neben dem Mastertitel auch mit einem GLE-Diplom für Beratung abschließen, weil es alle Erfordernisse für das Beraterdiplom der GLE-International erfüllt. Die Direktorin dieses Zweiges wird auch eine Existenzanalytikerin sein, Dr. Svetlana Krivtsova. – Es ist dies das erste vergleichbare Institut an der Universität, das in so enger Kooperation mit einer psychotherapeutischen Richtung entsteht.

Weiters wird Dr.Längle einen Vertrag zur Zusammenarbeit für einen bereits stattfindenden postgraduate Kurs (Abschluss Univ.Diplom) einer anderen Uni, der MGPPU (“Moscow Municipal Psychological and Pedagogic University”), abschließen. Es wird, da auch dieses von Ausbildnerinnen des „Moskauer Instituts für Existenzanalyse und existentielle Psychologie“ geleitet wird, zusätzlich mit einem Counselling-Diplom der GLE-International und des Moskauer Instituts abgeschlossen. Daneben besteht bereits seit 2006 ein solcher postgraduate Kurs an der psychologischen Fakultät der HSE Universität (High School of Economics), wo schon drei Kurse laufen. 

 

 



Alfried Längle
Alice Holzhey-Kunz

 

Existenzanalyse und Daseinsanalyse

Wien: Facultas WUV Verlag 2007
Der Band einer Psychotherapie-Reihe gibt die Grundlagen
und den Stand der Weiterentwicklung in EA und Daseinsanalyse.
Für die EA wird eine Begründung für die Grundmotivationen
und ihre Bedeutung gegeben, nebst einem Überblick über alle Inhalten,
Methoden und klinische Anwendungen.
Die kompakteste Zusammenfassung der Methode.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Emmanuel J. Bauer (Hrsg.)

Freiheit in philosophischer, neurowissenschaftlicher und psychotherapeutischer Perspektive

München: Wilhelm Fink Verlag 2007

E. Bauer (Univ.-Prof. für Philosophie in Salzburg und

existenzanalytischer Psychotherapeut) greift in diesem

Band die aktuelle Debatte um Freiheit und Person mit Beiträgen

aus unterschiedlichen Fachrichtungen (u.a. von A.

Längle, G. Pöltner, R. Thurnher, W. Schüssler) auf.

Alfried Längle

Sinnvoll leben

Eine praktische Anleitung der Logotherapie

Salzburg: Residenz Verlag 2007

Das schon mehrfach aufgelegte Buch liegt nun in einer völlig

überarbeiteten Ausgabe vor. Der inhaltliche Aufbau und die ins

Auge springende graphische Gliederung sollen den Leser anleiten

mit sich selbst zu seinen Lebensfragen ins Gespräch zu kommen

und Antworten für sich persönlich nutzbar zu machen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Dr. med. Wilhelmine Popa †

 

11. 7. 1931 – 13. 8. 2008


Wir haben die traurige Nachricht zu machen, daß unsere sehr geschätzte und liebe Kollegin, Frau Dr. Wilhelmine Popa, vor kurzem verstorben ist. Dies teilte mir ihre Schwester Johanna Spinka telefonisch mit.

Helmi, wie sie sich gerne nennen ließ, ist in Temesburg (rum. Temesvar) geboren und aufgewachsen, ehe sie mit ihrer Familie nach Deutschland kam. Sie hatte in Düsseldorf eine große Praxis als Kinderärztin. In der Zeit absolvierte sie die Ausbildung in Logotherapie in Wien, kam regelmäßig zu den Blockveranstaltungen des zweiten Ausbildungsjahrgangs ins Palottihaus, gemeinsam mit ihrem Mann. Die beiden waren ein unzertrennliches Paar. Darum schmerzte es sie besonders, als ihr Mann nach langer Pflegezeit 1998 verstarb.

Helmi war unermüdlich. Kaum war sie als Ärztin in Pension, begann sie eine rege Ausbildungstätigkeit in Rumänien, verbunden mit vielen sozialen Aktivitäten für das Krankenhaus und die Kinderheime. Es war gerade nach der Wende, als Helmi in Pension kam. Vorher schon hatte sie viele Artikel ins Rumänische übersetzt. Nun aber konnte sie ins Land fahren, und konnte KollegInnen aus Temesburg nach Düsseldorf, ins Tessin und nach Wien einladen – eine willkommene Abwechslung für die Rumänen in den ersten Jahren nach der Wende, einmal eine Reise ins Ausland zu machen. Helmi war erfinderisch genug, Geldquellen aufzutreiben bei Caritas, Kirche, GLE-Spenden-Fonds usw. und steuerte selbst stets großzügig finanziell bei. Sie gründete ein Institut in Temesvar, das sie anfänglich allein finanzierte, und bot so die Möglichkeit für KollegInnen, ambulante Psychotherapie anzubieten. So baute Helmi die EA-Bewegung in Rumänien auf, aus deren ersten Gruppe auch der jetzige Präsident der rumän. EA-Gesellschaft und Leiter der Ausbildung, Dr. Christian Furnica, stammt.

Neben dieser enormen Aktivität für Rumänien entwickelte Fr. Dr. Popa aber auch das „Existentielle Bilderleben“, und gab über 20 Jahre hinweg immer wieder viel besuchte Seminare. Helmi hatte eine besondere Gabe, Bilder anzuregen und ins Verstehen zu bringen. So berichteten die TeilnehmerInnen regelmäßig, daß sie aus den Seminaren nicht nur bereichert, sondern auch gestärkt und erholt zurückkamen. Noch beim letzten Kongreß in Wien hatte Helmi eine solche Nachfrage für ihr Bilderleben, daß sie das Seminar zweimal anbot – ohne damit die Nachfrage befriedigt zu haben.

Helmi lebte bis kurz vor ihrem Tod gesund und heiter. Sie reiste und war noch im Tessin in ihrer Wohnung. Sie besprach Pläne Dr. Furnica und mir für Rumänien. Mitte Juli fühlte sie sich erstmals etwas schwach. Auf Drängen ihrer Schwester ging sie dann doch zu einer Durchuntersuchung ins Spital, was Ärzte nicht gerne tun und sie bisher ablehnte, wie die Schwester klagte. Die Untersuchung ergab eine beträchtliche Schwäche der rechten Herzkammer. Im geschwächten Zustand verbrachte Helmi die letzten Wochen zu Hause und erlag dem Herzleiden nach nicht einmal 4 Wochen.

Wir verlieren mit Helmi viel. Einen stets optimistischen Menschen. Einen herzlichen Menschen. Eine Idealistin, die ihre Ideale auf die Welt zu bringen verstand. Einen kreativen Menschen, einen humorvollen Menschen, einen unternehmerischen Menschen. Einen Mitmenschen, der durch und durch Mitmensch war.

Wir verdanken Helmi viel. Ohne sie gäbe es keine EA in Rumänien, wo die EA heute eine der starken Bewegungen in der Psychotherapie darstellt. Ohne sie hätten viele Menschen nicht so gut und so gestärkte aus ihren eigenen Tiefen zu sich selbst finden können.

Hab Dank Helmi!

Mögest Du nun ruhen können in dem Frieden, für den Du selbst so viel bewegt hast.

 

Alfried Längle

 

18. Aug. 2008


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